Herbst 2016

3. bericht

Nach meiner dreitägigen Zwangspause wegen einer Magenverstimmung (das gehört wohl zum All-Inklusiv-Paket dazu), ging mein

Nepal-Aufenthalt schon langsam dem Ende entgegen. Ursprünglich war geplant, dass ich mit dem Indreni-Team eine mehrtägige Bike-Reise unternehmen würde. Dafür reichte die Zeit nun aber nicht mehr und auch meine Kraftreserven waren dazu noch zu schwach. So entschlossen wir uns, anstelle dessen zwei Tagestouren von Pokhara aus zu machen. Die Region rund um Pokhara hat zwar einige höhere

Hügel zu bieten, aber mit dem eindrücklichen Bergmassiven dahinter ist es einfach nicht zu vergleichen. Etwas, worauf ich mich sehr gefreut hatte, musste ich also abschreiben.

Die zwei Tagestouren wurden aber dennoch zu einem echten Highlight. In diesen zwei Tagen lernten ich und das Indreni-Team (Nishal,

Santosh und Susan) uns noch etwas vertiefter kennen. Wenn man mit so jungen und aufgestellten Nepali auf Tour geht, dann sieht man erst recht, wie das Leben und die Leute in Nepal funktionieren. Wir hatten viel zu lachen und am Abend war ich jeweils Nuddel-fertig.

Nach der Tour stand aber noch ein Besuch beim Fahrrad-Club von Pokhara auf dem Programm. Man bedankte sich für das tolle Jugend-Projekt und gratulierte mir zum Rekord. Feierlich wurde mir dann ein Trikot des Vereins übergeben und alles mit Fotos festgehalten. Ich kam mir vor wie ein Fussballstar bei einem grossen Transfer.

Nach einem Zwischenhalt in Kathmandu, wo ich mit dem Bike nochmals auf Entdeckungstour ging, sitze ich nun im Flieger Richtung Schweiz. Während diesen intensiven zwei Wochen bekam ich einen vertieften Einblick in unser Bike-Projekt, aber auch in die Art und Weise, wie Nepal funktioniert. Ich freue mich nun auf mein schönes und gemütliches Zuhause und bin mir bewusst, dass dies in Nepal für viele keine Realität ist.

Es ist schwer das Erlebte in Worte zu fassen. Aber mir ist klar, dass ich am Bike-Projekt weiterarbeiten möchte und den Strassenkindern

von Pokhara ein Stück von der Freude, welche ich beim Biken erleben darf, weitergeben möchte.

Wie dies genau aussieht, erfahrt Ihr schon bald hier!



2. bericht

Die Kids von Indreni gehen jeweils morgens um 5.30 Uhr und abends um 16.00 Uhr auf eine Biketour. Damit keine Gruppe zu kurz kommt, sollte ich bei allen sechs Gruppen einmal mitfahren. Trotz der frühen Morgenstund geben diese Jungs voll gas. Sie sind konditionell fit und es gibt kein Murren. Als wir aber für die Abfahrt wieder die breite Forststrasse nehmen, obwohl daneben ein Singletrail liegen würde, wird mir schnell klar, dass die Nepali andere Vorstellungen vom Mountainbiken haben.

Kurz entschlossen streichen wir die Ausfahrt vom Abend. Es folgt ein Fahrtechniktraining auf dem Indreni-Gelände, in dem ich versuche zu

zeigen, was mit dem Bike möglich ist. Was für ein Gaudi: Die restlichen Staff-Mitglieder feuern uns an und die Kids auf den Bikes sind voll konzentriert bei der Sache. Ab und zu stösst wieder einer mit einem Bike dazu. Während zwei Stunden wird intensiv trainiert und gelacht. Ich bin erstaunt, wie diszipliniert die Jungs mitmachen und wie schnell sie lernen.

Das Bike-Projekt wird von zwei Staff-Mitgliedern von Indreni geführt. Diese beiden könnten geeigneter nicht sein. Nishal führt die Touren.

Er ist sehr fürsorglich und ist für die Kids eine Art Vaterfigur. Santosh ist für den Unterhalt der Bikes verantwortlich. Er hat schon in einem Bike-Shop in Pokhara gearbeitet und ist handwerklich sehr geschickt. Beide sind sehr wissbegierig und hangen mir an den Lippen. Und als ich nach dem Mittagessen zu meinem Bike zurückkehre, steht es tipptopp geputzt da…merci!

Am nächsten Morgen ging es wieder auf Tour. Als Schweizer ist man eher zurückhaltend und will nicht unbedingt «plöffen». Auf dem Rückweg fragte mich dann aber Nishal, ob ich den Wheelie einmal zeigen könne. So fuhr ich dann auf dem Hinterrad den ganzen Weg durch die Stadt Pokhara und hinter mir folgte eine gröllende Horde. Leider gibt es davon kein Foto. Aber es gibt gewisse Momente, die kann man nicht festhalten und gehören nur einem selbst.

Das strenge Programm war sehr wahrscheinlich etwas zu viel für mich. Nach drei Tagen erwischt mich eine Magenverstimmung. Starkes Fieber und Schüttelfrost zwingen mich ins Bett und dazu, das Programm auf weiteres zu unterbrechen. Ich hoffe, schnell wieder gesund und auf dem Bike zu sein.

Wie unser Nepal-Abenteuer weitergeht, könnt Ihr in ein paar Tagen hier nachlesen.



1. Bericht

Mit viel Vorfreude traten wir die Reise Richtung Nepal an. Mit dieser Reise wollen wir herausfinden, wie das Mountainbike-Projekt

angelaufen ist und wie es in Zukunft weitergehen könnte.

 

Der erste Zwischenstopp führte uns nach Kathmandu, wo ich ohne Umschweife zu einer Biketour mit den einheimischen Rennfahrern eingeladen wurde. Die Fahrt heraus aus Kathmandu war dann auch genau das: ein Rennen! Ich versuchte, so gut es geht das Hinterrad meiner Begleiter zu halten und möglichst nur durch die Nase zu atmen. Die Biketour ging weiter in die Hügel rund um Kathmandu und war intensiv, aber ich habe sehr viel über das Biken und die Leute in Nepal gelernt.

 

Nach einer 9-stündigen Busreise trafen wir dann in Pokhara ein. Im Kinder- und Jugendheim «Indreni» wurden wir sehr herzlich empfangen. Sie zeigten uns die ganze Infrastruktur und natürlich die Bikes, welche mit dem gesammelten Geld gekauft werden konnten. Für die Bikes wurde eigens ein Unterstand errichtet und eine kleine Werkstatt ist im Bau. Die 12 Bikes werden von ca. 60 Jugendlichen geteilt. Es gibt drei Knaben und zwei Mädchen Bike-Gruppen. Täglich wird am Morgen und am Abend eine Biketour gemacht. Nach der Tour werden die Bikes fein säuberlich geputzt und in Stand gehalten. Es ist einfach mega cool zu sehen, was unser Projekt bewirkt hat!

 

Ohne Zeit zu verlieren machte Chanmann (Leiter des Kinder- und Jugendheims) einen Plan für die nächsten Tage. Gemäss diesem Plan werde ich mit jeder Bikegruppe einmal eine Tour machen. Tagsüber werde ich die verantwortlichen der Bike-Gruppen Fahrrad-Reparatur und Fahrtechnik unterrichten. Wenn das Wetter mitspielt, werden wir zu viert dann noch eine mehrtägige Biketour im Annapurna-Gebiet unternehmen. Ein strenges Programm wartet in den nächsten Tagen auf uns. Aber ich freue mich sehr darauf und bin stolz, was durch die Unterstützung der vielen Spender erreicht werden konnte.

 

Wie unser Nepal-Abenteuer weitergeht, könnt Ihr in ein paar Tagen hier nach lesen.